Unsere Empfehlungen

Dror Mishani

Drei

Diogenes 24,- €

Orna, geschieden und Mutter eines zehnjährigen Jungen, meldet sich auf einer Online-Dating-Plattform an. 

Als der alte Mann, den sie pflegt, stirbt, ist die Lettin Emilia wieder ganz allein in einem fremden Land 

Andreas Eschbach

NSA

Lübbe 22,90 €

Wer sagt, dass gute Geschichten ein gutes Ende brauchen? Und was ist schon "gut"? In seinem Roman NSA versetzt Andreas Eschbach ein totalitäres Überwachungsinstrument aus der heutigen Zeit in die totalitäre Zeit von Krieg und Nationalsozialismus.


Wenn Sie in diesem Jahr nur ein einziges Buch lesen möchten oder können, dann greifen Sie bitte zu „Der Gesang der Flusskrebse“ von Delia Owens (Hanserblau 22,00 Euro).
Im Mittelpunkt steht Kya, das Mädchen aus dem Marschland, aus deren Leben erst die Mutter, dann die Geschwister und später auch der Vater verschwinden. Es ist also ein Buch über das Alleinsein, über das Erwachsenwerden ohne Freunde, über das sich Fremdfühlen. Zur Schule geht sie nicht, sie weiß nicht, wie sie mit anderen Menschen zurechtkommen soll. Ihren Lebensunterhalt verdient sie nur knapp mit dem Fangen von Fischen und Muscheln. Zu einem Jungen aus der Umgebung fasst sie etwas Vertrauen und er bringt ihr das Lesen und Schreiben bei. Zusammen mit ihm erkundet sie die Marsch und ist Jahr um Jahr zufrieden mit dem was sie hat und was die Marsch ihr gibt. Wegzuziehen als sie es tun könnte, ein Leben in einer Wohnung mit einem Beruf ohne ihre geliebte Marsch, das kommt für sie nie in Frage. Als unter ungeklärter Ursache ein Draufgänger und Schürzenjäger des nahen Städtchens im Marschland ums Leben kommt, sind sich die Einwohner schnell einig. Das kann nur das Marschmädchen gewesen sein. Beim Lesen fragt man sich, wie das geht, dass eine Geschichte so schön und so schmerzlich zugleich sein kann, so zart und so rauh. So spannend und so träge fließend wie die Kanäle in der Marsch. Ob Sie eine Naturkunde oder einen Gerichtsthriller oder eine Liebesgeschichte lesen oder doch eher eine Erzählung über die Wucht des menschlichen Willens, das entscheiden Sie ganz für sich alleine. Dieses Buch und seine Protagonistin trägt man lange noch in seinem Herzen.

 

„Das Beste kommt noch“ von Richard Roper (Wunderlich 20,00 Euro). Der Held dieses Buches, Andrew Smith, schleicht sich Seite für Seite rein ins Herz der Leserin. Er arbeitet als Nachlassverwalter bei der Londoner Stadtverwaltung. Seine Abteilung wird gerufen, wenn jemand stirbt und keine Angehörigen zu haben scheint. Er geht in die Wohnungen und sucht nach Kontakten und er organsiert die Beerdigungen, bei denen außer dem Pfarrer und ihm selbst meist niemand ist. Andrew selbst ist sehr zurückhaltend und scheu, höflich und erwartet nicht viel vom Leben. Er geht davon aus, dass es sich nicht lohnt, etwas zu wagen, weil er von Vornherein mit dem Scheitern rechnet. Seine Hobbys sind seine Modelleisenbahn und seine Plattensammlung. Er hat sich in seinem Leben ganz gut eingerichtet, als plötzlich mit einem großen Knall alles auseinanderzufliegen droht. Als nämlich eine neue Kollegin in die Abteilung kommt, schlägt der Leiter vor, dass sich als Teambildungsmaßnahme alle reihum bei sich zu Hause zum Essen treffen könnten. Die Kollegen sind gleich mit Begeisterung dabei, aber für Andrew gerät die Idee zur Katastrophe. Hatte er doch zu Beginn allen erzählt, dass er mit seiner Ehefrau und zwei Kindern in einem schönen Vorstadthäuschen lebt. Was als Notlüge gedacht war, hat sich über die Zeit so verfestigt, dass er selbst manchmal hofft, hinter der Tür seines Einzimmerappartments warte seine Familie auf ihn. Wie er aus dem Schlamassel wieder heraus kommt und welchen Beitrag die impulsive neue Kollegin mit der roten Haarpracht dabei spielt, das möge jeder mit einem Lächeln selbst herausfinden.

 


Öffnungszeiten:
Montag – Freitag: 9.00 – 18.30 Uhr, Samstag: 9.00 – 13.00 Uhr, 
Adventsamstage: 9.00 – 16.00 Uhr

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