Susann Pásztor
Und dann steht einer auf und öffnet das Fenster
Kiepenheuer & Witsch 20,00 €

Trotz des ungewöhnlichen Titels, unter dem man sich so gar nichts vorstellen kann und eines Covers, das nicht viel aussagt, wird dieses Buch künftig eines meiner  Lieblingsbücher sein.
Fred Wiener lebt mit seinem Sohn Phil in einem Männerhaushalt. Über manche Dinge wird nicht gesprochen, doch die Zwei haben sich zusammengerauft und kommen gut klar. Der etwas unbeholfene Fred  engagiert sich in der Hospizarbeit und ist etwas überfordert mit seiner ersten Betreuungsperson. Karla, eine starke und eigensinnige Frau, ist unheilbar an Krebs erkrankt. Einen Sterbebegleiter an ihrer Seite zu haben ist für sie eigentlich unnötig….aber, wenn er schon mal da ist, dann nur zu ihren Bedingungen. Freds Vorstellung davon, wie er Sterbenden die letzten Wochen verschönern kann, indem er unerfüllte Wünsche oder unausgesprochene Träume erfüllt, erweist sich als naiv. Während Fred sich immer wieder die Zähne ausbeißt, ist es sein Sohn, der durch einen kleinen Nebenjob bei Karla, diese besser kennen lernt und eine enge Bindung zu ihr schließt.
Das ganze Buch über hofft man auf ein Wunder, welches natürlich nicht eintritt und man ist am Ende gemeinsam mit allen anderen traurig, dass Karla gegangen ist. Doch eine Frage bleibt, was hat Karla mit dem Brief ihrer Schwester gemacht und was genau hat die Geschwister dermaßen entzweit? Ein wunderbares Buch, unaufgeregt erzählt, das Emotionen hervorbringt ohne die Geschichte zu dramatisieren.

Petra Ollmann

Öffnungszeiten

Montag – Freitag:
9.00 – 18.30 Uhr

Samstag:
9.00 – 13.00 Uhr

Adventsamstage:
9.00 – 16.00 Uhr

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