Mit Daniela Krien kommt das Staunen zurück. Hatten Sie vielleicht vergessen, wie viel Poesie in den alltäglichen Dingen liegt? Nach den rd. 280 Seiten ihres neuen Romans wissen Sie es wieder. Die Autorin schafft das Kunststück einen leichtfüßigen (Episoden-)Roman über das komplexeste Thema überhaupt zu schreiben: Ist das Leben, das ich führe, das Leben, das ich mir für mich gewünscht habe? Und falls nicht, ist es gut so wie es ist? In fünf Episoden, die zeitlich ineinander grei-fen, sich verweben und wieder trennen, Vorange-gangenes erklären und neue Fragen aufwerfen, erfahren wir aus dem Leben von fünf sehr unter-schiedlichen Frauen. Paula verliert ein Kind und in der Folge auch den Halt. Judith wünscht sich einen Partner und schafft es doch nicht, sich zu binden. Brida und ihr Ex-Mann versuchen ein Experiment zu Dritt um der Kinder willen. Malika trauert auch nach vielen Jahren ihrer großen Liebe nach. Ihre Schwester Jorinde bekommt ein drittes Kind – vom falschen Mann. Die fünf erzählten Leben liegen schutzlos und offen vor uns Lesern, die Geschichten berühren und tun weh. Dennoch sind es nicht die geschilder-ten Ereignisse, die das Buch so sehr auszeichnen. Es ist vielmehr der literarische Stil, der die innere Stärke der so verschiedenen Frauen so gut zum Ausdruck bringt, sich mit dem Leben und seinen Wechselfällen zu arrangieren. Heile Welt ist ihre Sache nicht. Scheitern und Verzweiflung gehören hier untrennbar zur Liebe dazu. Aber wir erfahren auch, dass etwas Zartes, Neues entstehen kann, das Heilung möglich macht. Großartig!

Ina Skorka-Müller

 

 

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