Aufgrund seiner jüdischen Herkunft musste er Deutschland im Alter von zehn Jahren verlassen und fand einen Unterschlupf in Frankreich. In der stark autobiografischen Erzählung „Ein Wiederkommen" beschreibt er, wie der inzwischen zwanzigjährige Arthur nach Jahren in Frankreich, nach Aufenthalten in Waisenhäusern und Internaten, einer Einladung seiner Schwester nach Reinbek folgt.
Das Buch beeindruckt von der ersten Seite an durch seine sprachliche Ausdruckskraft und Wucht. Die Sätze brennen sich förmlich ein und schockieren häufig durch die Schlichtheit mit der sie die Grausamkeiten von Krieg, Flucht und Einsamkeit beschreiben.
Arthur fühlt sich stets schuldig, dass er am Leben blieb, wo doch Hunderttausende sterben mussten. Und er fühlt sich auch stets fehl am Platz. In Frankreich war sein Deutschsein ein Makel, in Deutschland war er der, dem es in Frankreich ja so gut ergangen war. Von seinem brennenden Heimweh, seiner Einsamkeit und dem Hungern kann er seiner Familie nicht erzählen. Im besiegten Deutschland geht der Wiederaufbau bereits strahlend voran, im Siegerland Frankreich ist von Wohlstand nichts zu spüren. Diese Umkehrung kann er nicht begreifen. Und er merkt, zwischen all diesen gesitteten Deutschen, die die Nazigräuel kaum erinnern, ist kein Platz für ihn. So kehrt er also „heim" nach Frankreich und wird in diesem Land tatsächlich eine Heimat finden.

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