Wenn ich nur drei Bücher auf eine einsame Insel mitnehmen dürfte, dann wäre dieses ein heißer Kandidat für einen Platz im Koffer. Was für eine feinsinnig komponierte Geschichte, bei der man sich als Leser wünscht, man könnte seine schützende Hand über die Protagonisten halten, sie vor jeder bedrückenden Erfahrung bewahren, die doch so allgegenwärtig waren in den Weltkriegsjahren und danach. Oder besser noch: gleich den Lauf der Geschichte ändern. Aber weil das nun mal nicht geht, lesen wir staunend, was 1944 in St. Malo geschah. Für einen kurzen Moment, in dem alles möglich scheint, begegnen sich Werner, ein deutscher Funker, und Marie-Laure, eine junge blinde Französin, inmitten des Bombardements. 

Als Kind lebt Werner mit seiner Schwester im Ruhrgebiet in einem Waisenhaus. Er hat überragendes technisches Geschick, kann alles reparieren, so auch ein altes Radio, mit dem die Geschwister in der Nacht einen französischen Sender mit wissenschaftlichen Abhandlungen für Kinder hören.

Als er älter ist, wird er von den Nazis als Funker an verschiedenen Frontabschnitten eingesetzt und kommt auch nach St. Malo, wo er erneut die alten Sendungen auffängt und sich auf die Suche nach dem Sender macht. Er trifft auf Marie-Laure, die zu Kriegsbeginn mit ihrem Vater aus Paris zu ih- rem Onkel nach St. Malo flüchtete und nun im Haus den alten Radiosender betreibt. Als Kind bereits erblindet, versuchte ihr Vater, ihr die Welt anhand von Holzmodellen begreifbar zu machen. Und eins dieser Modelle beherbergt einen Schatz, für den sich auch die Nazis interessieren. Pulitzer Preis 2015!

Ina Skorka-Müller

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